HalloWelt! Blog #1: An der Kassa für 2020

Autor: Lukas Gehrer, 21

Wart ihr schon einmal an einer Kassa? Vermutlich schon. Jeder war schon einmal an einer Kassa. Und was tut man da? Auch klar, man bezahlt. Was soll man auch sonst da machen? Nun, ich machte letztens ein kleines Experiment.

Bei uns im Supermarkt um die Ecke wird man jedes Mal gefragt, ob man denn schon die Vorteilskarte besitze, mit der man beim Bezahlen nochmals sparen kann. Fast jeder verneint dies und bezahlt anschließend. Auch ich mache das meist so, fügte aber gestern gegenüber der Verkäuferin noch mit einem Schmunzeln hinzu: „Wissen Sie, ich würde sie ohnehin verlieren oder sie zuhause vergessen!“. Ich glaube, ich sah diese Kassiererin, die ja jeden Tag da sitzt, zum ersten Mal aufgelockert lachen. Doch noch mehr, der ältere Mann hinter mir verneinte ihre Frage nach der Karte auch nicht nur plump, sondern meinte stattdessen „Mir geht es so wie dem jungen Mann vor mir“.

Sofort war eine winzige, aber völlig menschliche, lockere und sogar witzige „Connection“ an dieser simplen Supermarktkassa eingekehrt. Zwischen wildfremden Leuten. Und durch nur einen Satz.

Wisst ihr, die meisten weltbewegenden Dinge können wir ohnehin nicht ändern. Skandale, über die wir täglich in der Zeitung lesen. Leute, die nicht so denken wie wir. Wir können weder die Weltpolitik verändern, noch den Klimawandel oder den Welthunger alleine aufhalten. Wir sind kaum im Stande, Neujahrsvorsätze umzusetzen, es würde uns auch nur stressen. Es würde vermutlich auch kaum etwas bringen. Doch eine Sache kann jeder von uns. Im Kleinsten einen Unterschied machen. Zwischenmenschlich. Jeden Tag.

Probiert doch einmal folgendes aus: Bei alltäglichen sozialen Kontakten einen Satz mehr zu sprechen. Jemanden grundlos zu loben. Dem Kind vor euch in der Schlange das Eis zu bezahlen. Grundlos etwas zu lächeln oder bewusst einen Tick freundlicher aufzutreten, als man gerade aufgelegt wäre. Grüßt doch morgen einmal einige Fremde, die euch begegnen. Man erntet womöglich zunächst verdutzte Reaktionen, doch spätestens anschließend Lächeln, witzige Kommentare und meist auch eine Kettenreaktion. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass jede der involvierten Personen beim nächsten zwischenmenschlichen Kontakt ebenso freundlicher auftritt, ist sehr hoch.

Klar, es gibt auch Scheiß-Tage. Es gibt aber noch öfters „Durchschnitts-Tage“, an denen es uns weder besonders gut noch schlecht geht. An denen entscheiden wir ganz alleine, ob wir ins Mürrische oder ins Freundliche abdriften.

Auch wenn es nur einmal im Monat ist, wäre das nicht ein Neujahrsvorsatz, den man mal einfach umsetzen könnte?


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